Was wir Erwachsene tun können, um unseren Kindern mehr Respekt zu vermitteln

Respekt vermitteln und vorleben hat auch etwas damit zu tun, welche Werte wir selber als Eltern haben.

Ist Respekt ein Wert, den zu vermitteln heute noch „in“ ist? Und wenn ja, wie können wir Erwachsene diesen Wert an unsere Kinder weitergeben?

Zwar fordern fast alle Erwachsene, von Kindern „mit Respekt“ behandelt zu werden, aber was bedeutet das eigentlich?

Schauen wir bei Wikipedia nach, so lesen wir:

„Respekt (=
Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution.“

 

Respekt vermitteln und vorleben

Und weiter heißt es:

„Der Ausdruck wird normalerweise auf zwischenmenschliche Beziehungen angewandt, kann jedoch auch auf Tiere, Gruppen, Institutionen, Länder oder Moralansichten, bzw. fremden gesellschaftlichen Ansichten bezogen werden. Respekt impliziert nicht notwendigerweise Achtung, aber eine respektvolle Haltung schließt bedenkenloses egoistisches Verhalten aus.“

Warum erscheinen uns heute manche Kinder und Jugendliche so respektlos?

Wie äußert sich Respektlosigkeit eigentlich? Wo verhalten wir Erwachsene uns respektlos?

Respekt vermitteln geht anders

  • Wir schieben alte Menschen ab, nehmen sie nicht ernst, verlachen sie als „völlig daneben“.
  • Im Internet spioniert man uns aus, verfolgt unsere Spuren und schickt uns hunderte Mails, die wir nicht wollen und brauchen.
  • Schüler werden von Lehrern ausgegrenzt, gemobbt und ausgelacht.
  • Lehrer werden von Schülern beschimpft, beleidigt und gemobbt.
  • Wir grüßen einander kaum noch. Fremde grüßen wir gar nicht mehr.
  • Wir vergreifen uns am Eigentum und Besitz von anderen.
  • Wir setzen unsere Haustiere aus.

Respekt steigert das Miteinander, die Freundlichkeit und das sich wohl fühlen in einer Gruppe wesentlich

Oder anders gesagt: Respektlosigkeit lässt eine Gesellschaft „kalt“ sein.

Wir können wir unseren Kindern diesen Wert vermitteln? Wie können wir – auch kleinen, und erst recht großen Kindern – Respekt beibringen?

Zunächst einmal sollten wir nicht vergessen, dass Kinder alles unreflektiert aufnehmen und uns dann das widerspiegeln, was sie selber beobachtet haben.

Das bedeutet, Kinder lernen Respekt – wie eigentlich alles – durch Beobachtung und Nachahmung.

Hier müssen wir als Eltern, Lehrer, Verwandte selber Vorbild sein.

Allerdings sollten wir nicht in die Falle tappen und meinen, Kinder würden Respekt lernen, indem wir sie respektlos behandeln.

So gelingt Respekt vorleben und vermitteln 

  • Wir müssen selber unsere Kinder/ Jugendliche/ Schüler mit Respekt behandeln. So wie wir von ihnen behandelt werden wollen, müssen wir sie selber behandeln.Dafür können wir uns vorstellen, unsere Kinder seien unsere Freunde. Ganz sicher knallen wir in deren Gegenwart kaum die Türen, brüllen nicht herum oder machen sie mit Worten nieder. Andernfalls wären sie die längste Zeit unsere Freunde gewesen.
  • Respekt vorzuleben und zu vermitteln bedeutet nicht, keine Verbote mehr auszusprechen.Ich kann jedoch auf eine freundliche, verständnisvolle Art das Verbot aussprechen oder ein Verhalten tadeln. Eben ganz so, wie wir auch unsere Freunde auf ein Fehlverhalten hinweisen würden.
  • Grüßen und danken wir selber bei jeder Gelegenheit, halten wir anderen die Türe auf oder lassen ihm den Vortritt. Auch ein Vordrängeln an der Kasse zeugt von wenig Respekt und wir sollten das nicht vorleben.
  • Achten wir das Eigentum unserer Kinder, klopfen wir an, bevor wir in ihr Zimmer treten, seien wir freundlich.
  • Als Eltern sprechen wir positiv oder zumindest neutral über Lehrer, Polizisten oder Bettler. Dort, wo wir Kritik üben, kann das in einer ruhigen, erklärenden Form geschehen.

Wenn Erwachsene sich darüber beklagen, dass „die Jugend von heute“ so respektlos geworden ist, dann ist sie das deswegen geworden, weil wir ihr nicht vorgelebt haben, was Respekt ist.

 

Online Lernplattform

 

Jeder einzelne von uns kann aber in seinem kleinen Kreis damit anfangen, Respekt als wertvolles Gut für ein harmonisches Miteinander vorzuleben.