Eltern-Tipps

Frohe Ostern!

Meinen Lesern wünsche ich ein frohes Osterfest mit diesem Gesicht!

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Auf ein Ei geschrieben

Ostern ist zwar schon vorbei,
Also dies kein Osterei;
Doch wer sagt, es sei kein Segen,
Wenn im Mai die Hasen legen?
Aus der Pfanne, aus dem Schmalz
Schmeckt ein Eilein jedenfalls,
Und kurzum, mich tät’s gaudieren,
Dir dies Ei zu präsentieren,
Und zugleich tät es mich kitzeln,
Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.

Die Sophisten und die Pfaffen
stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen,
wohl die Henne, wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat’s der Has’ gebracht.

(Eduard Mörike, 1804 – 1875)

Wie kann ich meine Ziele erreichen? – 7 Tipps, damit du bis zum Ziel durchhältst

Hattest du dir am Anfang des neuen Jahres vorgenommen, bestimmte Ziele zu erreichen? Und? Bist du am Ball geblieben?

Wir alle stellen immer wieder fest, dass wir voller Elan und Tatendrang neue Ziele angehen wollen. Wir glauben fest daran, dass es kein Problem sein wird, diese zu erreichen.

Doch schon nach kurzer Zeit geraten unsere Ziele in Vergessenheit. Oder wir verfolgen sie nur noch halbherzig, legen nicht mehr unsere ganze Kraft und Motivation hinein.

Und so verwässern unsere Ziele, sodass wir sie nie erreichen.

Es ist wie bei einem Langstreckenläufer: Am Anfang des Laufs startet er voller Kraft und Energie, ist sich schon ganz sicher, das Ziel als einer der Besten zu erreichen.

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Doch je länger es dauert und umso mehr andere Läufer an ihm vorbeiziehen, desto weniger motiviert ist er und fällt umso mehr zurück. Er denkt vielleicht, es nie zu schaffen und viel zu schlapp zu sein, überhaupt im Ziel anzukommen.
Und vielleicht lässt er sich dann auch schon etliche Kilometer vor dem Ziel erschöpft zu Boden fallen.

In diesem Artikel möchte ich dich dazu ermutigen, deine Ziele konzentriert zu verfolgen und eben nicht allzu schnell vorher aufzugeben.

Hier sind die 7 Tipps, damit du deine Ziele erreichst:

  • Nimm dir immer nur eine Sache vor.

Um bei dem Läufer von oben zu bleiben: Auch er kann nur entweder in New York oder in Berlin durchs Ziel laufen, nicht durch beide gleichzeitig.

  • Fang einfach an, ohne dass bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen.

Also warte nicht, bis das Wetter schön ist oder du deine Freundin überredet hast mitzumachen. Nur durchs Laufen kommt man vorwärts und nicht, indem man sich vornimmt loszulaufen.

  • Setze dir ein ganz konkretes Ziel.

Der Läufer sagt beispielsweise: Heute laufe ich 5 km am Stück.
Und denke daran: Je konkreter dein Ziel ist, desto besser kannst du es umsetzen.

Also sage dir nicht, ich mache mal ein paar Übungsaufgaben, sondern: Ich mache jeden Tag zwischen 3 und 4 Uhr mindestens 5 Matheaufgaben zusätzlich.

  • Fang ruhig klein an.

Für einen Läufer heißt das: Zuerst 5 km laufen, dann 7, dann 10 – und erst dann langsam an den Marathon denken.

Dieses Vorgehen ist wichtig, damit sich für dich schnell Erfolgserlebnisse einstellen und du nicht aus lauter Verzweiflung wieder aufgibst.

Das bedeutet konkret:
Überfordere dich in der Anfangsphase nicht. Mache in Englisch zum Beispiel wirklich nur die Übungen zum Simple Past und nicht gleich alle Zeiten durch.

Wenn du das Gefühl hast, dass du ein Etappenziel erreicht hast – also das Simple Past gut kannst – dann steigere dich, indem du dir die nächsten Zeiten vornimmst.

Wenn du meinst, innerhalb von einer Woche sämtliche englischen Zeiten können zu müssen, wirst du wahrscheinlich wieder aufgeben. Denn dann wirst du feststellen, dass du zu oberflächlich gearbeitet hast und eigentlich keine Ahnung hast, was du da tust.

Und dann wirst du vielleicht entmutigt aufgeben und denken: Ich kann Englisch einfach nicht, hat alles keinen Sinn, auch durch Üben komme ich nicht weiter!
Und schon ist dein Ziel, eine bessere Note zu bekommen, für dich kein lohnenswertes kein Ziel mehr.

  • Bleib am Ball!

Dass bei größeren Vorhaben irgendwann einmal eine Durststrecke kommt, ist normal. Halte trotzdem durch und gib dein Vorhaben nicht aus einer momentanen Laune heraus auf.

Das bedeutet konkret:
Auch wenn du mal wenig Zeit hast, bleib am Ball und beschäftige dich wenigsten 10 Minuten mit deinem neuen Vorhaben. 10 Minuten sind besser als eine Ausnahme zu machen, die dich nur wieder zurückwirft.

  • Such dir Verbündete!

    Wenn du dich mit anderen zusammentust, ist das ein guter Schutz, damit du nicht zu früh aufgibst. Denn wer gibt sich vor anderen schon gern die Blöße zu kneifen?

  • Feiere deine Erfolge!

Wenn du dein Ziel erreicht hast, hast du eine Belohnung verdient, also feiere deinen Erfolg angemessen.
Auch ein Etappenziel hat eine kleine Belohnung verdient. So motivierst du dich immer wieder und kannst dich schon auf die nächste kleine oder große Belohnung freuen.

Buchtipp:
„Locker bleiben mit dem inneren Schweinhund“ von Marco von Münchhausen

Wie schreibe ich eine Charakterisierung? – Wichtige Formulierungshilfen

In diesem zweiten Teil der kleinen Artikelserie:

Wie schreibe ich eine Charakterisierung?/ How to write a characterization?

gebe ich dir viele verschiedene Formulierungshilfen an die Hand, damit du nicht nur eine strukturierte, sondern auch eine vom Wortschatz her gute Leistung hinlegen kannst.

Die Liste bezieht sich zwar auf das Fach Englisch, kann aber leicht für jedes andere Fach übernommen werden.

1.) Phrases for Characterization

Another important fact is (that) …
Another significant aspect is…
From this one can conclude that …
However, even if x is… he/ she is …
It is quite apparent that …
Not only does x …., he/she also …
Proof of this can be found on page … when x….
Since x is portrayed as a …, x can be called a …
This behavior clearly indicates that x …
this is also the reason why (x can be summed up in)…
This is an example of …
This reveals that x …
this shows that x is….
This very feature becomes apparent in part ll…. when x …
To sum up… / Finally …
Without any doubt …

x also appears (to be) …
x is but a(n)…
x is described as…
x is portrayed as …
x likes to be…
x represents (the) …
x seems to be…

2. Also …

  • use connectives like: „since, when, moreover, besides, despite, thus…”
  • use lots of different adjectives to describe a person
  • know the difference between a flat and a round character

Einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Allen Lesern meines Blogs ein herzliches Dankeschön, dass ihr hier vorbeigeschaut habt!

Auch in 2015 werde ich Tipps, Strategien und viele weitere Themen veröffentlichen, die euch beim Lernen, bei eurer Motivation und beim Aufbau eures Wissens unterstützen.

Ich wünsche euch und Ihnen für das neue Jahr alles Gute und in allen Lebensbereichen ganz viel Erfolg und Freude!

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Lesern meines Blogs eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit!

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Weihnachtszeit

O schöne, herrliche Weihnachtszeit!
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.
Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Grossen und Kleinen.
Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein!

(H. H. von Fallersleben)

Motivation – Was ist das eigentlich?

Viele Mütter oder Väter, die bei mir in der Beratung sind, klagen darüber, dass ihr Sohn oder ihre Tochter „keine Lust hat“: Keine Lust zu lesen. Keine Lust, Hausaufgaben zu machen. Keine Lust rauszugehen. Keine Lust auf Schule.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Dann möchte ich Ihnen im folgenden Artikel einige wertvolle Tipps zum Thema Motivation geben. Diese sind übrigens nicht nur für Ihr Kind von Interesse, sondern können uns allen helfen, mit mehr Einsatz an eine Sache heranzugehen.

Zuerst ist es sehr wichtig zu erkennen und sich einzugestehen, dass wir uns nur selber motivieren können. Das bedeutet für Ihr Kind, dass nicht Sie als Mutter oder Vater, auch nicht der Lehrer oder der Freund der Grund dafür sind, warum Ihr Kind so unmotiviert erscheint. Der Grund ist: Ihr Kind will sich nicht selber motivieren, es will genau das machen, was es gerade tut, sonst würde es ja etwas anderes machen.

Wenn Ihr Kind also stundenlang am Handy hängt, dann deswegen, weil es das so möchte, weil es ihm Freude macht. Und weil andere Aktivitäten mit eben dieser Tätigkeit nicht mithalten können.

Wenn Ihr Kind nicht für die Mathearbeit lernen will, dann deswegen, weil es das so möchte, weil es ihm keine Freude macht. Weil es andere Aktivitäten gibt, die ihm weitaus mehr Freude machen.

Wir alle ziehen es zu jeder Zeit vor, das zu tun, was uns im Moment am meisten zufriedenstellt: Wir schauen lieber fern als ein Buch zu lesen. Wir feuern lieber im Sessel an, als selbst auf den Fußballplatz zu gehen. Wir surfen lieber im Internet, als die Wohnung zu putzen. Wir suchen uns meistens den bequemeren, weniger anstrengenden Weg.

Und natürlich holen uns dann bald die Dinge ein, die wir auch erledigen müssen, aber dafür eben „weniger Lust“ haben. Sprich: Ihr Kind weiß, dass der Klausurtermin näher rückt, beginnt aber erst dann, wenn der Druck nicht mehr auszuhalten ist.

Wenn auch Ihr Kind zu diesen „Aufschieberitis“-Menschen gehört, dann machen Sie ihm klar, dass nur er/ sie selbst es schafft, sich zu ändern.

Und wie erreicht man nun mehr Motivation auch für die Dinge, die man gerade nicht tun will?

Man ladet sie mit so vielen guten Gefühlen auf, wie man schafft!

Denn wir fühlen uns immer zu dem hingezogen, was uns gute Gefühle bringt. Ihre Tochter hängt deswegen soviel am Handy, weil sie dort vielleicht das Gefühl von Wichtigkeit hat.
Ihr Sohn spielt vielleicht deswegen soviel am Computer, weil er während des Spielens das gute Gefühl hat, alles kontrollieren zu können.

Und genau diese guten Gefühle müssen wir alle auch für die Dinge entwickeln, denen wir eigentlich aus dem Wege gehen wollen.

Nur, wie schafft man das?

Indem wir uns vorstellen, wie gut wir uns fühlen, wenn wir die ungeliebte Aufgabe erledigt haben!

Obwohl sich Ihr Kind letztlich nur selber motivieren kann, können Sie ihm dennoch dazu verhelfen, zum Beispiel schulische Angelegenheiten in einem anderen Licht zu sehen, einfach indem Sie darauf hinweisen, wie gut es sich fühlen wird, wenn die Aufgabe erledigt ist. Alles ist fertig! Wir alle mögen dieses Gefühl, tatsächlich etwas geschafft zu haben.

Einfach ausgedrückt bedeutet Motivation:
Wir überzeugen und selbst, dass wir eine bestimmte Sache derart wertschätzen, dass wir zu besonderem Aufwand bereit sind, um diese zu bekommen.

Für Ihr Kind heißt das, um wieder mehr Lust am Lernen und an der Schule zu bekommen, muss Ihr Sohn oder Ihre Tochter sich selbst so überzeugen:

„Mir ist die gute Note und der gute Schulabschluss so wichtig, dass ich dazu bereit bin, mich besonders dafür anzustrengen, um diese gute Note und den guten Abschluss auch wirklich zu bekommen.“

Dieses Gefühl „Wow, ich habe eine Zwei geschrieben!“, muss im Schüler so stark präsent und ihm so wichtig sein, dass er bereit ist, dafür andere Aktivitäten für eine gewisse Zeit zu reduzieren.

Ich selber coache meine Schüler fast nebenbei dahingehend, solche positiven Eigenmotivationen für alle ungeliebten Dinge anzuwenden.

Da Kinder und Jugendliche meist nicht wissen, was sie wirklich tun können, um sich für alles Mögliche zu motivieren, können Sie hier als Mutter oder Vater ebenfalls unterstützend einspringen.

Klartext reden – Wie Sie deutlicher sagen, was Sie von Ihrem Kind erwarten

Im vorherigen Artikel habe ich den Schüler einige Tipps für einen guten Schulstart gegeben. Doch auch Eltern würden Ihren Kindern gerne effektiver helfen.

Oft sagen wir: „Mein Sohn müsste mehr für die Schule tun!“, „Meine Tochter liest viel zu wenig.“, „Mein Kind trödelt mit allem herum.“

Wissen wir denn wirklich immer, ob unser Kind versteht, was wir damit meinen?

Viel effektiver ist es, klare Aussagen darüber zu machen, WAS genau WIE geändert werden sollte. Deswegen hier einige Tipps:

Sagen Sie also Ihrem Kind ganz genau, was es mehr für die Schule tun sollte und seien Sie dabei so präzise wie möglich.

Die verschiedenen Bereiche, in denen es „drückt“ könnten beispielsweise so deutlicher formuliert werden:

  • „Ich möchte, dass du regelmäßig die Vokabeln wiederholst, mindestens zwei Mal pro Woche.“
  • „Die Hausaufgaben machst du bitte spätestens um drei Uhr, danach kannst du dich mit Freunden treffen.“
  • „Heute gehen wir zusammen zur Bücherei und du suchst dir zwei Bücher aus, die dich interessieren.“
  • „Bitte lies dieses Buch bis nächsten Sonntag. Mich würde sehr interessieren, was darin überhaupt vorkommt, du kannst es mir dann erzählen.“
  • „Wann schreibst du deine nächste Mathearbeit? Ich möchte, dass du eine Woche vorher mit dem Üben anfängst.“
  • „Bitte lege für jedes Fach eine Liste an und mach immer dann einen Strich, wenn du dich meldest. So können wir viel besser mit dem Lehrer über deine mündliche Mitarbeit diskutieren.“
  • „Wir kaufen heute verschiedene Ordner und Ablagen und dann kannst du deine losen Blätter einsortieren. So findest du alles viel schneller und es sieht auch ordentlicher aus.“
  • „Ich habe für dich zwei Nachhilfelehrer ausgesucht, die lernen wir in den nächsten Tagen kennen. Sie werden dir helfen, noch besser in der Schule zu werden. Du kannst nach den Gesprächen mitentscheiden, von wem du unterrichtet werden möchtest.“

 

 

 

Wie du einen guten Start ins neue Schuljahr hinlegst – 5 Tipps zum sofortigen Umsetzen

Ja, ich weiß, wir alle würden am liebsten das ganze Jahr Urlaub machen!  Aber die schönen, langen Sommerferien sind in NRW leider schon wieder vorbei.

Und so langsam müssen sich auch die Schüler wieder auf frühes Aufstehen, regelmäßiges Lernen und Konzentration einstellen. Damit dir das mühelos gelingt, hier einige Tipps, wie du dir den Schuljahr erleichtern und wirklich gleich motiviert loslegen kannst:

  • Wenn du ein Profi bist oder einer werden willst, fang schon einige Zeit vorher an, dich wieder auf die Schule einzustellen:
    Stehe wieder etwas früher auf, schau mal in ein altes Schulbuch oder wiederhole die Vokabeln und Formeln der vergangenen Schuljahre. Gerade in den Ferien hast du den Kopf frei und viele Dinge prägen sich dir ganz nebenbei ein.
  • Miste deine Schultasche, deine alten Hefte und Ordner aus und vergiss auch dein Schreibmäppchen nicht. Schau nach welche Utensilien dir fehlen bzw. ersetzt werden müssen und besorge diese rechtzeitig. Ordnung ist wirklich das halbe Leben.
  • Schreibe dir eine Strategie auf, was du im neuen Schuljahr vielleicht noch besser oder zumindest anders machen willst: dich mehr melden, regelmäßiger lernen, rechtzeitig vor den Arbeiten mit dem Üben anfangen, mal ein Referat anfertigen, mehr im Unterricht aufpassen usw.
  • Setze dir Etappenziele und notiere auch diese:
    die ersten Klassenarbeiten sollen alle eine „3, 2, oder 1“ werden, um dich weiter zu motivieren und den Druck zu mindern;
    in den Fächern, die du gar nicht magst, schreibst du gleich zu Anfang ein Referat;
    du holst dir frühzeitig Hilfe von außen und nicht erst zwei Wochen vor den Zeugnissen usw.
    Und wenn du ein Ziel erreichst hast, belohne dich ruhig selber!
  • Überdenke ruhig einmal deine bisherigen Meinungen und Einstellungen zu dir und den anderen. Bist du wirklich eine „Niete in Physik“? Ist der Typ X oder das Mädchen Y wirklich so unausstehlich? Und Lehrer Z ist doch nicht wirklich biestig und hat dich auf dem Kiecker, oder? Du wirst sehen, wenn du dich und die anderen im positiven Licht siehst, sind diese plötzlich auch ganz nett und Physik kann – manchmal zumindest – echt interessant sein.

Ich wünsche meinen Lesern einen schönen Sommer!

Heute haben die Schulferien in Nordrhein-Westfalen begonnen und Schüler – und bestimmt auch viele Lehrer – können jubeln über sechs lange Wochen schulfrei!

Während dieser Zeit erstelle ich auch keine neuen Artikel. Ich bin aber sicher, dass Sie beim Stöbern auf dieser Seite sicher eine Menge Interessantes finden.

Ich verabschiede mich bis in den August mit diesem schönen Gedicht:

Der Juli

Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.
Die Menschheit geht auf Reisen
oder wandert sehr oder wandelt nur.
Und die Bauern vermieten die Natur
zu sehenswerten Preisen.

 
Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer,
die Platzmusik der Ortsfeuerwehr
und den Blick auf die Kuh auf der Wiese.
Limousinen rasen hin und her
und finden und finden den Weg nicht mehr
zum Verlorenen Paradiese.
 
Im Feld wächst Brot. Und es wachsen dort
auch die künftigen Brötchen und Brezeln.
Eidechsen zucken von Ort zu Ort.
Und die Wolken führen Regen an Bord
und den spitzen Blitz und das Donnerwort.
Der Mensch treibt Berg- und Wassersport
und hält nicht viel von Rätseln.
 
Er hält die Welt für ein Bilderbuch
mit Ansichtskartenserien.
Die Landschaft belächelt den lauten Besuch.
Sie weiß Bescheid.
Sie weiß, die Zeit
überdauert sogar die Ferien.
 
Sie weiß auch: Einen Steinwurf schon
von hier beginnt das Märchen.
Verborgen im Korn, auf zerdrücktem Mohn,
ruht ein zerzaustes Pärchen.
Hier steigt kein Preis, hier sinkt kein Lohn.
Hier steigen und sinken die Lerchen.
 

Das Mädchen schläft entzückten Gesichts.
Die Bienen summen zufrieden.
Der Jüngling heißt, immer noch, Taugenichts.
Er tritt durch das Gitter des Schattens und Lichts
in den Wald und zieht, durch den Schluss
des Gedichts,
wie in alten Zeiten gen Süden.

(Erich Kästner)

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Frohe Ostern bei dem „Osterspaziergang“

Zu Beginn der Osterferien und dem bevorstehenden Osterfest, im Folgenden das vermutlich bekannteste Ostergedicht von Johann Wolfgang von Goethe  (1749-1832).

Allen Blog-Lesern wünsche ich Frohe Ostertage!

Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter in seiner Schwäche
zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dorther sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes.
Überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farbe beleben.

Doch an Blumen fehlts im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!

Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluß in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges ferner Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel.
Hier ist des Volkes wahrer Himmel.

Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

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