Eltern-Tipps

So gelingt ein guter Start ins neue Schuljahr

Mögliche Probleme, unzufriedene Noten oder Auseinandersetzungen im letzten Schuljahr sind vergessen, die Ferien liegen schon wieder weit zurück und wir schauen gespannt in die Zukunft und ins neue Schuljahr. Vieles soll anders werden, vieles soll besser werden. Es ist wie mit dem Start ins neue Jahr: Zu Silvester sind wir alle ganz eupohorisch, voller Tatendrang nehmen wir uns neue Ziele vor oder wollen alte Laster ablegen – nur um dann schon nach wenigen Tagen wieder in den alten Trott zu verfallen und am Ende dieses hoffnungsvollen Jahres festzustellen, dass wir eigentlich viel zu wenig umgesetzt haben.

Auch bei Schülern und deren Eltern beobachte ich diese Euphorie zu Beginn eines neuen Schuljahrs. Man ist gut erholt, die Sonne scheint und alles scheint doch ganz einfach zu sein. Um diesen Tatendrang, diese Motivation auch weit ins neue Schuljahr zu retten, ist es sinnvoll, einige Regeln zu beachten.

Zunächst einmal sollte man nicht die Tücken unseres Kurzzeitgedächtnisses unterschätzen. Viel zu schnell nämlich vergessen wir einfach, welche Ziele oder Vorgaben wir uns gesetzt haben. Deswegen macht es Sinn, diese Ziele aufzuschreiben und gut sichtbar zum Beispiel über dem Schreibtisch aufzuhängen. Je nach Alter Ihres Kindes kann es diese Ziele selbständig oder mit Ihrer Hilfe formulieren. Wann immer Ihr Kind ein Ziel erreicht hat, macht es ein Häkchen daneben und freut sich, dass es durchgehalten hat.

Wichtig finde ich auch, mit der Durchsetzung der Ziele nach Möglichkeit zügig anzufangen. Geht es zum Beispiel darum, die mündliche Mitarbeit zu stärken, sollte der Schüler/ die Schülerin von der ersten Schulstunde an mit der Umsetzung beginnen und nicht warten, bis das „richtige“ Thema kommt – denn das kommt möglicherweise nie. Die Gefahr besteht nämlich, doch wieder in den alten Trott zu fallen und viel zu lange zu brauchen, um über den eigenen Schatten zu springen.

Die Liste mit den Zielen, die der Schüler im Laufe des Schuljahres erreichen möchte, sollte immer wieder bearbeitet und eventuell ergänzt oder korrigiert werden. Dies ist umso wichtiger, wenn die Motivation nachlässt oder es Rückschläge gibt. Wir alle hoffen und erwarten, ein Ziel immer „sofort“ zu erreichen, das heißt, die nächste Klassenarbeit muss „sofort“ besser sein als die letzte oder die Sportnote muss „sofort“ deutlich besser sein. Dies gelingt zwar manchmal, realistischer ist es aber, das es Zeit braucht, um aus einer mittelmäßigen Note eine gute zu machen oder aus einem langsamen Läufer einen schnellen.

Nur wenige Schüler schaffen es, sich immer wieder selber zu motivieren und am Ball zu bleiben. Hier brauchen sie die Hilfe von uns Erwachsenen. Unterstützen Sie Ihr Kind darin, nicht aufzugeben, nach vorne zu schauen und das große Bild im Auge zu behalten, sprich: Wenn sich eine Schülerin vorgenommen hat, wöchentlich Vokabeln zu lernen und dies eine Woche nicht tut, ist das kein Beinbruch. Hier gilt es aber, wieder auf die Zielgerade zurückzufinden und eben nicht das Nicht-Lernen schleifen zu lassen.

 

 

Was tun nach den „Blauen Briefen“?

In diesen Tagen verschicken die Schulen wieder die sogenannten „blauen Briefe“.  Diese Frühwarnung von der Schule kann in einem oder mehreren Fächern ausgesprochen werden und bedeutet, dass der Schüler/ die Schülerin die Klasse wiederholen oder eine Nachprüfung machen muss, wenn er/ sie es nicht schafft, bis zur Zeugniskonferenz die Note von einer „Vier minus“ oder gar „Fünf“ zu verbessern.

Dieser Brief sagt deutlich das, was meistens durch die Klassenarbeiten oder durch die fehlende mündliche Mitarbeit bereits angedeutet wurde: Es ist nun endlich Zeit zu handeln! Was können Sie als Eltern tun, um Ihrem Kind zu helfen, die Versetzung zu schaffen?

Sprechen Sie vor allem mit Ihrem Kind. Besprechen Sie gemeinsam, was bisher nicht so gut gelaufen ist und was in Zukunft getan werden kann, um die Noten zu verbessern. Sie können einen Lernplan erstellen, in dem aufgelistet ist, in welchen Bereichen Mängel bestehen. Diese gilt es dann systematisch zu beheben.

Nach Versendung der blauen  Briefe bietet die Schule Elternsprechtage an. Diese sollten Sie unbedingt nutzen und das Gespräch mit den Fachlehrern suchen. Hier können Sie erfahren, was Ihr Kind tun kann, um die Note wenigstens auf eine „Vier“ zu retten und welcher Stoff nachzuholen ist, um die noch ausstehenden Arbeiten oder Tests besser zu schreiben.

Wie können wir Ihnen – als Lernlotsen – helfen?

Wichtig finde ich vor allem, die Warnung tatsächlich als solche zu verstehen und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen und zu meinen, alle Anstrengungen würden nun nichts mehr bringen. Aufgeben gilt nicht!

Gemeinsam mit dem Schüler und den Hinweisen vom Fachlehrer finden wir heraus, in welchem Fach die größten Chancen bestehen, die Note noch zu verbessern. Durch intensives Üben konzentrieren wir uns auf die noch anstehenden Klassenarbeiten, bearbeiten die Themen, die vorkommen werden und verhelfen dem Schüler/ der Schülerin zu mehr Sicherheit, um auch durch die mündliche Mitarbeit die Note zu heben.

Mangelhafte Noten zeigen, dass in dem Fach grundlegende Defizite bestehen, die verhindern können, dass Ihr Kind in den höheren Klassen den Anschluss behalten kann. Deswegen ist es wichtig – bei aller Konzentration auf die nächste Klassenarbeit – auch daran zu gehen, die Lücken der zurückliegenden Jahre zu schließen. Nur wenn das Fundament eines Hauses lückenlos gebaut ist, können Sie beruhigt darin wohnen und müssen nicht fürchten, dass es bei jedem Windzug zusammenbrincht.

Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerade jetzt kompetent weiter!