Lernen mit ADHS: 5 effektive Tipps, die garantiert helfen

Kinder und Jugendliche mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität fordern ihre Umgebung und ihr Umfeld in besonderem Maße.

Viele Eltern führt ein Umgang mit ihren Kindern an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Kinder und Jugendliche mit AD(H)S leben verträumt, unaufmerksam, aber auch hyperaktiv und impulsiv.

Einige handeln sehr emotional und sind sensibel.

Solche Kinder und Jugendliche benötigen eine besondere Hilfestellung und Betreuung, damit Lernen mit ADHS erfolgreich gelingt.

Lernen mit ADHS

Merkmale von ADHS

Oft können Kinder mit ADHS ihren eigenen Alltag nicht gut strukturieren und vergessen ständig.

Sie können sich oft nicht lange am Stück konzentrieren und sind sehr ungeduldig.

In vielen Familien sind die geringe Frustrationstoleranz der Kinder und Jugendlichen mit AD(H)S und die vielen Konflikte große nervenaufreibende Themen.

Zusätzlich kommen häufig frustrierende Lernergebnisse und negative Rückmeldungen aus der Schule.

Aufgrund dessen sollte unbedingt ein Experte mit erziehungswissenschaftlichem Wissen zu Rate gezogen werden.

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Aber du als Mama oder Papa kannst wirksame Strategien anwenden, um konzentriertes Lernen mit ADHS zu fördern.

So können die negativen Auswirkungen gemildert werden.

5 Tipps: Erfolgreich Lernen mit ADHS

1.

Konzentration und Ausdauer steigern

Manchmal läuft es gut, an anderen Tagen läuft es eben schlechter.

Vielleicht hat dein Kind morgen schon wieder alles Gelernte vergessen.

Akzeptiere diese Leistungsschwankungen und mache keine Vorwürfe.

Mithilfe von Ritualen kannst du dein Kind motivieren und langfristig die Konzentration und Ausdauer steigern.

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An einem bestimmten Ort zur immer wieder gleichen Uhrzeit zu lernen, wird dann mit Konzentration gleichgesetzt.

Denke an genügend Pausen und Bewegung zwischendurch.

Lasse dein Kind nicht länger als 20 Minuten am Stück konzentriert lernen.

Sei in der Nähe und macht dann 5 Minuten etwas völlig anderes, bewegt euch, geht kurz raus an die frische Luft und lernt dann wieder weiter.

Verbinde diese gewisse Routine mit anderen Ritualen wie eine Kerze anzünden zu dürfen, das Lieblingsobst oder die Lieblingssüßigkeit essen zu dürfen.

Rituale beruhigen und geben Sicherheit.

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2.

Motivierendes Lernen

Wenn Kinder und Jugendliche Tätigkeiten ausüben dürfen, die ihnen Freude bereiten, sind sie gleich sehr viel motivierter.

Meistens fehlt ihnen aber die Lust zu aufgetragenen (Haus-)Aufgaben, die sie langweilen.

Du als Elternteil kannst ganz gezielt auf die Lernmotivation deines Kindes Einfluss nehmen, indem du es in seinen Stärken förderst und bestärkst.

Lob und Anerkennung bringen dich wesentlich weiter als das Androhen von Strafen.

Damit dein Kind dazu bereit ist, sich auf das Lernen einzulassen, ist ein gesundes Selbstvertrauen ganz besonders wichtig.

Du kannst das Ganze aber unterstützen, indem du zu Beginn der Aufgaben und gelegentlich auch einmal zwischendurch eine kleine Überraschung gibst.

Gib deinem Kind attraktive Reize und es wird aufnahmebereiter sein.

3.

Frustrationen und Streit reduzieren

Vereinbare mit deinem Kind, dass Hausaufgaben grundsätzlich an dem Tag bearbeitet werden, an dem sie in der Schule aufgegeben wurden.

Lesetipp: Immer diese Hausaufgaben! Diese 5 Elterntipps retten euer Familienleben

Legt euch einen festen Zeitraum und Ort fest und verbindet diese mit oben beschriebenen Ritualen.

Vielleicht hilft euch ein Wochenplan, an dem auch das Kind sich orientieren kann.

So kann auch nichts vergessen werden.

Überhäufe dein Kind allerdings nicht mit Aufgaben und Vorwürfen.

Liebevoller Druck ist die beste Hilfe, die du deinem Kind geben kannst.

So kann eben auch weitere Frustration aufgrund von Misserfolgen und Streit verhindert werden.

Drohen und Schimpfen bringt euch beide absolut nicht weiter.

Im Gegenteil, oft führt es eher zu totaler Verweigerung.

Lasse dich nicht auf Diskussionen ein und vereinbart einen festen Plan, an den alle Beteiligten sich halten.

Lobe dein Kind und motiviere es mit lieben Worten.

Freue dich über die Erfolge deines Kindes.

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4.

Vergesslichkeit in den Griff bekommen

Sehr viele Kinder und Jugendliche mit AD(H)S sind vergesslich.

Besonders im Schulalltag kann das zu großen Schlamassels führen.

Um das in den Griff zu bekommen, helfen beispielswiese Checklisten.

Lesetipp: Besser lernen: 3 super einfache Tipps für bessere Noten

Egal, ob es um Hausaufgaben machen, Schultasche packen oder Freizeitaktivitäten geht, wenn immer wieder etwas vergessen wird, sollte man sich für solche wiederkehrenden Aufgaben gemeinsam eine Checkliste erstellen.

Diese helfen deinem Kind natürlich auch, gewisse Abläufe zukünftig zu automatisieren.

Zusätzlich kannst du mit deinem Kind spielerisch üben, sich Dinge genau einzuprägen.

Vielleicht kann euch da der “Ketchup-Trick” helfen.

Hierbei stellt ihr euch so intensiv und detailgetreu wie möglich einen gewissen Gegenstand vor.

Wie sieht er aus? Wie fühlt e sich an? Wie riecht es? Was kann man damit tun?

All diese Fragen lassen mehr Areale im Gehirn aktiv werden und sich diesen Gegenstand so auf verschiedenste Arten und Weisen merken.

Aber auch die Verknüpfung mit Symbolen kann hilfreich sein.

Das Denken in Geschichten kann ebenfalls zum Merken beitragen.

Wenn man sich verschiedene Dinge hintereinander merken muss, hilft eventuell eine Kettengeschichte.

Innerhalb einer Geschichte werden die einzelnen Details, die man sich merken möchte, eingebaut.

Natürlich darf es hier auch ein bisschen verrückt und lustig werden, denn dann merken wir uns Dinge eher, als stupide Fakten auswendig zu lernen.

Durch die Aktivierung von Gefühlen wie Lachen oder Neugier kann dein Kind sich vielleicht zukünftig auch an viel mehr Dinge erinnern.

5.

Lernmethoden speziell für AD(H)S Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche mit AD(H)S benötigen eine gewisse Stütze, besonders beim Lernen.

Deren Arbeitsspeicher im Gehirn ist ein Nadelöhr, denn von vielem, was gelernt wurde bleibt bei ihnen kaum etwas hängen.

Für AD(H)S-Kinder und –Jugendliche ist Behalten also schwer und Vergessen leicht.

Intensive Erinnerungen entstehen, wie bereits erwähnt, durch eine gesteigerte Verbindung der Synapsen im Gehirn.

Kinder und Jugendliche, die vom AD(H)S-Syndrom leiden, erfahren in ihrem Gehirn nicht genügend aktive Verbindungen wie andere Menschen.

Hinzukommen dann oft noch ein fehlendes Selbstbewusstsein und der fehlende Glaube an sich selbst durch viele Misserfolge.

Das willst und kannst du aber jetzt ändern.

Es empfiehl sich, gemeinsam mit deinem Kind kleine Ziele zu setzen.

Teile gemeinsam den Lernstoff und das Lernpensum in Teilziele auf und belohne beim Erreichen dieses Ziels.

Tatsächlich gibt es keine allgemeingültigen Lernmethoden.

Lesetipp: Die 6 Erfolgsgeheimnisse guter Schüler und Schülerinnen

Das musst du für dich entscheiden und individuell ausprobieren.

Es gibt aber Grundprinzipien des Lernens mit und von AD(H)S-Kindern und –Jugendlichen.

Kurze Lerneinheiten (bis zu 25 Minuten), häufiges Wiederholen und Visualisierung können besserer Erfolge erzielen und die Lernbereitschaft erhöhen.

Das Schreiben ist zum Lernen hingegen eher ungünstig.

Nutzt gemeinsam eher den visuellen Kanal und lernt zum Beispiel mit Zahlenkärtchen, mit eigenen Skizzen und Lernvideos.

All das hat positive Auswirkungen auf das Verhalten des Kindes in Bezug auf das Lernen.

Verbinde diese Methoden mit Ritualen und regelmäßigen Lernzeiten.

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