Lies das, bevor du zum Elternsprechtag gehst

Artikel aktualisiert im Januar 2023.

Elternsprechtage sind oft die einzige Möglichkeit, die Lehrer deiner Kinder persönlich kennenzulernen.

Trotzdem höre ich immer wieder einen gewissen Frust in den Worten der Eltern.

Sie fühlen sich zwar verpflichtet, das eine oder andere Gespräch zu suchen, sind aber im Grunde der Meinung, dass es nicht viel bringen würde.

Woran kann das liegen?

Elternsprechtage Tipps

 

Eltern fühlen sich und ihr Kind oft missverstanden, ungerecht behandelt oder unterbewertet.

Eltern sagen und denken oft diese und ähnliche Sätze:

Typische Elternsätze sind:

  • „Der Lehrer kann mein Kind sowieso nicht leiden.“
  • „Der Lehrer nimmt immer andere dran.“
  • „Der/ Die kann gar nicht erklären.“
  • „Zu Hause kann sich mein Kind gut konzentrieren und konnte die Themen auch. Ich verstehe nicht, wieso die Arbeit so schlecht ausgefallen ist.“
  • „Mein Kind wird ständig ermahnt, obwohl andere viel mehr quatschen.“

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Lehrer wiederum kritisieren, dass Eltern parteisch seien und alles glauben, was ihnen ihr Kind zu Hause erzählt.

Deswegen sagen und denken Lehrer oft diese und ähnliche Sätze:

Typische Lehrersätze sind:

  • „Ihr Kind macht seine Hausaufgaben nicht regelmäßig.“
  • „Es stört ständig und ist viel zu laut und unruhig.“
  • „Ihr Kind hat nie gesagt, dass es das Thema nicht verstanden hat.“
  • „Die Klasse ist insgesamt viel zu laut.“
  • „Ihr Kind benimmt sich respektlos.“

Mit solchen und ähnlichen Gedanken im Kopf lässt sich ein Eltern-Lehrer-Gespräch selten neutral und im Sinne des Kindes führen.

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Elternsprechtage bieten euch als Eltern aber auch den Fachlehrern die Möglichkeit, gezielt und konstruktiv 

  • die schulischen Leistungen zu beurteilen
  • das Verhalten des Kindes im Unterricht und gegenüber anderen einzuschätzen
  • zur Problemlösung anzuleiten

Deswegen lohnt es sich, wenn du etwas Zeit investierst und dir genau überlegst, was du mit dem Eltern-Lehrer-Gespräch erreichen möchtest.

Nutze dazu die folgenden Tipp.

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So bereitest du dich optimal auf Elternsprechtage vor

Tipp #1

Nur durch gegenseitiges Verständnis kann das Gespräch positiv verlaufen.

Gehe deswegen positiv und ergebnisoffen zum Elternsprechtag.

Der Lehrer oder die Lehrerin hat ausreichend Erfahrungen mit Kindern und Teenagern und kann dir sicher viele Tipps geben.

Tipp #2

Sowohl die Lehrer wie auch du als Mama oder Papa haben Informationen über dein Kind, die sie loswerden möchten.

Diese Infos können dir dazu verhelfen, das Verhalten des Kindes besser einzuordnen und zu verstehen.

Deswegen sollten in einem Gespräch beide Seiten zu Wort kommen.

Niemand sollte dazu gedrängt werden, sich nur gegen Vorwürfe zu wehren, ohne wirklich Neues beizutragen.

Achte deswegen darauf, die Lehrer nicht zu sehr in die Ecke zu drängen.

Bestehe aber auch darauf, selber deine Sicht auf die Dinge zu schildern.

Deswegen schreibe dir vorher unbedingt auf, was genau du ansprechen möchtest.

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Tipp #3

An Elternsprechtagen führen sowohl Eltern als auch Lehrer mehrere Gespräche.

Vor allem der Lehrer sieht sich einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Informationen zu ganz unterschiedlichen Kindern gegenüber.

Beide Seiten bringen also in das Gespräch immer auch die Eindrücke des letzten mit ein.

Neutralität mit dem Lehrer, der vor dir sitzt, kann da manchmal auf der Strecke bleiben.

Lasst euch Zeit zwischen den einzelnen Lehrergesprächen.

So kannst du gemeinsam mit deinem Kind oder deinem Partner die gerade erhaltenen Informationen in Ruhe zu besprechen.

Tipp #4

Wichtig ist auch, dass sich Eltern und Lehrer nicht als „Feinde“ begegnen sondern auf Augenhöhe.

Es geht nämlich darum, jedes Kind so weit wie möglich individuell zu fördern.

Das geht im Schulalltag oft unter.

Trotzdem lässt sich kein Kind nur auf Noten und mündliche Mitarbeit reduzieren.

Deswegen ist es sinnvoll, wenn du mal aus dem Nähkästchen plauderst und von eurem Alltag erzählst.

Und lass dir auch Tipps vom Lehrer geben, WIE genau dein Kind seine Noten verbessern oder sein Verhaltens ändern kann.