Eltern als Nachhilfelehrer: Fluch oder Segen?

Eltern als Nachhilfelehrer für ihre Kinder sind gar nicht so selten. Schon immer war es so, dass Eltern ihren Kindern bei Fragen zu Hausaufgaben geholfen haben.

Das ist gut so und fördert die Eltern-Kind-Beziehung, weil das Kind erkennt, dass Eltern mehr wissen als es selber.

Es baut dadurch Vertrauen auf und wird sich eher auch mit anderen, persönlich schwierigen Fragen an dich wenden.

Eltern als Nachhilfelehrer

Auf der anderen Seite war es viele Jahrzehnte absolut unüblich, dass sich Eltern so intensiv und teilweise verbissen mit dem Schulerfolg ihrer Kinder auseinandergesetzt haben.

Erinnere dich an deine eigene Schulzeit: Es war doch eher ungewöhnlich, dass du zusammen mit deiner Mutter die Hausaufgaben gemacht hast, oder?

Aus vielen Elterngesprächen weiß ich, dass  nämlich genau dieses Bemühtsein und unbedingt helfen und unterstützen wollen zu Stress, Bockigkeit und schlechter Stimmung in der Familie führt.

Warum eigentlich?

Meiner Einschätzung nach wollen Kinder heute, nachdem sie schon so viel Zeit in der Schule verbringen und ihre Eltern oft nur abends und am Wochenende sehen, nicht auch noch während dieser kurzen Zeit über Schule sprechen und mit den Eltern lernen.

Außerdem fehlt bei dir als Mama oder Papa der nötige Abstand.

Sind Eltern die besseren Nachhilfelehrer?

Wenn du nämlich deinem Kind bei den Hausaufgaben hilfst, dann heizt sich die Situation oft schnell auf. Es kommt zu Auseinandersetzungen, Streitereien und oft auch Tränen.

Euer gutes Verhältnis kann durch dein emotionales Verhalten, wie Ungeduld, falsche Erwartungen oder extremes Genervtsein, ziemlich vergiftet werden.

Der Ton zwischen euch als Eltern und euren Kindern ist nie neutral und  unbelastet.

 

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Du erinnerst dich wahrscheinlich beim Helfen immer auch an deine eigene Schulzeit und weißt nicht, dass sich die Methoden geändert haben.

Deswegen verstehst du die heutigen Aufgaben oft nicht, weil du in alten Mustern denkst.

Es kann sein, dass du dein Kind durch deine eigene Methotik mehr verwirrst als es unterstützt.

Mit anderen Worten:

Ihr diskutiert dann nicht mehr über die eigentliche Aufgabe, sondern darüber, welche Methode – deine oder die des Lehrers – besser ist.

Vielleicht fällt es dir außerdem schwer, ab einem bestimmten Klassenniveau deinem Sohn oder deiner Tochter angemessen zu helfen.

Denn die behandelten Themengebiete liegen einfach zu lange zurück und deine Erinnerungen sind bruchstückhaft.

Vielleicht findest du aber auch aufgrund eurer beruflichen oder anderen Verpflichtungen nicht die Zeit, dein Kind wirklich angemessen zu unterstützen.

Wenn du nach einem anstrengenden Arbeitstag versuchst, zwischen Abendessen und Fernsehprogramm eine umfangreiche geometrische Aufgabe zu lösen,

wirst du dein Kind wahrscheinlich eher ratlos zurücklassen.

Das wünschen sich Kinder wirklich von Mama und Papa

  • Biete deine Unterstützung an aber akzeptiere, wenn dein Kind sie ablehnt.
  • Erwarte keine unrealistischen Leistungen.
  • Zwinge deinem Schatz nicht dein Vertsändnis von Lernen auf. Unterstütze ihn, aber lass ihn eigene Wege zum besten Lernen finden.
  • Erlaube deinem Kind, Fehler zu machen und selber einen Sachverhalt zu verstehen.
  • Biete Hilfe von außen an, etwa durch Nachhilfe, dadurch entlastet ihr euer Familienleben und reduziert den Schulstress.
  • Nutzt eure wertvolle Zeit mit gemeinsamen Aktivitäten, die nichts mit Schule und Lernen zu tun haben.
  • Gib deinem Schatz wichtige Lebens-Tipps mit auf den Weg. Leb vor, wie man aufeinander zugeht, sich versöhnt oder Rücksicht nimmt.