Wenn Kinder Angst haben, sind diese 6 Sätze für Eltern tabu

Angst ist eine instinktive menschliche Emotion.

Es ist die Reaktion unseres Gehirns auf eine Bedrohung, die uns in Gefahr bringen könnte.

Wenn wir Angst verspüren, wird unser Körper wachsam und bereitet sich darauf vor, zu kämpfen oder wegzulaufen.

Deshalb ist Angst eine Frage des Überlebens.

 

Wenn Kinder Angst haben

 

Angst ist auch für Erwachsene manchmal ziemlich real.

Wenn Kinder Angst haben, ist diese Angst für sie noch größer und realer als unsere.

Kinder zwischen 3 und 6 Jahren kennen nicht den Unterschied zwischen dem, was echt und was nur eine Vorstellung ist.

Sie verstehen nicht, was um sie herum geschieht und bekommen Angst.

Aber auch Grundschulkinder empfinden viele Ängste, die Eltern nicht verstehen können.

Wenn Kinder Angst haben, ist es unsere Aufgabe als Eltern, Ruhe und Geborgenheit zu vermitteln, egal wie müde wir sind.

Wir müssen unseren Kindern helfen, gegen die wilden Tiere zu kämpfen, die sich im Schrank verstecken, oder die  Monster zu verjagen , die unter dem Bett leben.

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6 Sätze, die du niemals sagen solltest, wenn Kinder Angst haben

1.

„Hab keine Angst.“

Obwohl dein Hauptziel genau darin besteht, dass dein Kind keine Angst mehr hat, wird es nicht aufhören, sich unsicher zu fühlen, egal wie oft du es wiederholst, dass es sich nicht fürchten soll.

Angst ist eine natürliche Emotion unseres Geistes, daher muss man sich ihr ganz normal nähern.

Anstelle dieses Satzes fühlt sich dein ängstliches Kind wohler, wenn du deiner Tochter oder deinem Sohn sagst:

„Du bist sehr mutig!“

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Wenn Kinder Angst haben

 

2.

„Deine Angst ist dumm.“


Es ist möglich, dass der Grund, warum dein Kind Angst hat, tatsächlich „dumm“ ist:

  • Eine Jacke auf dem Stuhl, die eine seltsame Form angenommen hat, macht ihm oder ihr Angst.
    Oder
  • Das schreckliche Geräusch, das euer Nachbar im Obergeschoss beim Gehen macht, verunsichert dein Kind.

Spiele aber die Gefühle deines Kindes nicht runter.

Es lernt sonst, dass „dumme“ Gefühle unterdrückt werden sollten.

Nimm die Gefühle deines Kindes ernst, denn es lebt noch in seiner eigenen kleinen Welt.

Zeige ihm oder ihr, dass du das verstanden hast und sage beispielsweise:

„Ja, mein Schatz, ich kann verstehen, dass du davor Angst hast.“

3.

„Du bist ein Feigling. Schämst du dich nicht?“


Mache dich niemals über die Ängste deines Kindes lustig oder lache es aus, weil es sich dadurch noch unsicherer fühlt.

Niemand mag es, wenn man sich über einen lustig macht.

Wenn Kinder Angst haben und sich nicht verstanden fühlen, hören sie manchmal auf, sich für Hilfe an die Eltern zu wenden.

Nimm dein Kind stattdessen ganz besonders liebevoll in den Arm und lass es von seiner Angst erzählen.

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4.

„Mach die Augen zu und schlaf weiter.“


Es stimmt, dass Kinder manchmal mit ihren Ängsten allein gelassen werden müssen.

Aber gerade am Anfang brauchen sie unsere Hilfe .

In diesen Fällen wird es ihnen helfen, wenn du eine Weile mit ihnen sprichst.

So können sie sich beruhigen und aufhören, darüber nachzudenken, was ihnen Angst gemacht hat.

Vergiss nicht, dein Kind fest zu umarmen!

Denn das hilft ihm oder ihr, sich besser zu fühlen und sich zu entspannen.

Für Kinder ist es eine Qual, völlig verängstigt alleine in einem Zimmer zu liegen und sich nicht zu trauen, um Hilfe zu bitten.

5.

„Es wird überhaupt nicht weh tun.“


Manche Dinge tun weh.

Kinder haben Angst vor Schmerzen.

Deswegen weinen sie, wenn sie zum Kinderarzt oder Zahnarzt müssen.

Es hilft gar nichts, wenn du sagst, dass es nicht weh tun wird.

Denn du weißt nicht, wie empfindsam dein Kind auf Untersuchungen reagiert.

Jeder Arztbesuch wird schlimmer, wenn du deinem Kind eine vermeintliche Lüge auftischst.

Sage stattdessen:

„Ich bin immer bei dir und passe auf.“

6.

„Wenn du so weitermachst, werde ich wütend.“

Drohungen sind nicht der beste Weg, um deinem Kind Werte zu vermitteln, ganz im Gegenteil.

Auch solche Sätze zeigen nur, dass Angst eine negative Emotion ist, für die man sich schämen muss.

Bring dein Kind bitte nie dazu, sich für ein Gefühl schämen zu müssen.

Bleibe immer verständnisvoll.

Auch wichtig:

So kannst du helfen, wenn Kinder Angst haben

Zusätzlich zu den gerade gelesenen Tipps beachte bitte auch die folgenden Strategien, um deinem Kind zu helfen, sich seinen Ängsten zu stellen.

1.

Wenn Kinder Angst haben, sage ihnen, dass du immer an ihrer Seite sein wirst, um zu helfen, ihre Angst zu überwinden.

Dass du es beschützen und ihm immer helfen wirst.

Frage, was du tun kannst, damit es sich besser fühlt.

Verwende immer eine positive Sprache, um das Selbstwertgefühl zu stärken.

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2.

Vermeide, über Dinge zu sprechen, von denen du weißt, dass sie deinem Kind Angst machen.

Lies zum Beispiel keine Geschichte über ein Kind, das im Meer ertrunken ist, bevor ihr ins Schwimmbad geht.

Versuche dich immer in die Gefühlswelt deines Kindes hineinzudenken.

Dort ist jede Geschichte erst einmal „echt“.

3.

Wenn Kinder Angst haben, frage sie zum Beispiel:

„Wie ist die Angst?

Ist sie groß oder klein?

Welche Farbe hat sie?“

Manchmal ist es sehr schwierig zu wissen, was Kindern so viel Angst macht.

Sie selber können es nämlich nicht mit Worten erklären.

Zu wissen, was die Unsicherheit verursacht, wird dir den Schlüssel geben, um zu wissen, wie du deinem Sohn oder deiner Tochter helfen kannst.

Du kannst sie auch bitten zu zeichnen, wovor sie Angst haben.

Indem Angst „materialisiert“ wird, wird sie aufhören, eine abstrakte Größe zu sein, gegen die es sehr schwierig ist, zu kämpfen.

4.

Hilf deinem Kind, sich den Situationen zu stellen, die ihm Angst machen.

Aber gehe behutsam vor.

Ein Kind plötzlich und unvorbereitet bloßzustellen, kann seine Ängste noch verstärken.

Wenn Kinder Angst haben, sollten wir als Eltern oder Erzieher ihre Ängste ernst nehmen.