Überlebensleitfaden für Eltern während der Pubertät: Was tun, wenn mein Kind sein Zimmer nicht verlassen will?

Du kennst das vielleicht schon.

Und vielleicht bringt es dich auch zum Verzweifeln.

ABER:

Eines der häufigsten Merkmale in der Pubertät ist die Isolation vom Rest der Familie.

Kinder zwischen 11 und 15 Jahren versuchen, ihre eigene Identität zu definieren und zu bestätigen.

Dafür setzen sie ganz klare Grenzen.

Und manchmal entscheiden sie sogar, dass diese Grenzen physisch sind und verlassen buchstäblich ihre Räume nicht mehr.

Macht dich das als Mama oder Papa auch verzweifelt oder wütend?

Dann lies unbedingt weiter.

Ratgeber Pubertät

Warum sich Teenager in ihr Zimmer zurückziehen.

Jugendliche müssen sich psychologisch von ihren Eltern abgrenzen.

Und um das nach Außen deutlich zu machen, brauchen sie auch eine räumliche Distanzierung von den anderen Familienmitgliedern.

Das bedeutet:

Der oder die Jugendliche muss sich im eigenen Zimmer einschließen.

Nur so haben sie das Gefühl, sich selber entwickeln zu können.

Denn:

Für einen Teenager bedeutet sein Zimmer Freiheit.

Dein Kind hat nun das unbedingte Bedürfnis, sich von den bisherigen Abhängigkeitsbeziehungen zu distanzieren, die seine Kindheit geprägt haben.

So wird das eigene Zimmer ein Ort sein, an dem es seinen eigenen Raum schaffen kann.

Dort fühlt es sich sicherer und autonomer.

Aber es gibt auch weitere Gründe für diesen Rückzug und das Bedürfnis, sich „einzuschließen“.

Büchertipps zum Thema Pubertät findest du hier. *

Dazu zählen:

1.

Das Bedürfnis nach Intimität

Dein Teenager beginnt, seine eigenen Geheimnisse zu schützen und lässt es nicht zu, dass jemand herausfindet, was ihm oder ihr so wichtig ist.

Er oder sie hat einen Raum, in dem er/ sie sich in die verschiedenen Situationen und Veränderungen hineinversetzen kann, denen er in dieser Phase begegnen wird.

Dazu will er/ sie Ruhe haben.

Stille ist etwas Schönes, außer du hast ein Kind. Dann ist sie verdächtig.

2.

Suche nach der eigenen Sexualität

Bereits in der frühen Pubertät und noch weit entfernt vom sexuellen Verlangen tritt aufgrund der erlebten körperlichen und seelischen Veränderungen die Phase der Selbsterforschung ein.

Später steigt das sexuelle Verlangen und die Jugendlichen beginnen, den Kontakt zum anderen Geschlecht zu suchen und die ersten Beziehungen haben.

Daher ist es in dieser Phase der Veränderung von Vorteil, einen eigenen Rückzugsort wie das eigene Zimmer zu haben, wo sie den Schlüssel auch einmal rumdrehen können.

3. Raum für sich selbst haben.

Auf der Suche nach Identität und Unabhängigkeit sucht dein Kind jetzt nach eigenen Strategien, um im Alltag zu funktionieren.

In der Einsamkeit ihres Zimmers versuchen sie, die Dinge „auf ihre eigene Art“ zu tun, um unabhängig zu sein.

Auch dazu brauchen und wollen sie dich als ihre Eltern nicht.

4. Die neue Art der Beziehung zu den Eltern.

Jugendliche auf der Suche nach ihrer Identität lehnen enge Beziehungen zu den Eltern meistens ab.

Sie orientieren sich nun verstärkt in ihrer Peer-Gruppe.

Neue Technologien spielen bei den Jugendlichen heute eine führende Rolle in ihrer Kommunikation miteinander.

Facebook, Twitter, Whatsapp, Instagram, YouTube usw. sind ihre Kommunikationskanäle.

Dank dieser sozialen Netzwerke müssen die Jungendlichen „ihren Platz“ nicht verlassen.

Sie können stundenlang eingesperrt sein, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen.

Aus all diesen Gründen ist es kein Grund zur Sorge, wenn sich Jugendliche in ihrem Zimmer einschließen und sich von dir als Eltern isolieren.

Intimität, Zurückhaltung oder die Suche nach ihrer Sexualität sind Aspekte, die auf eine positive Entwicklung hinweisen.

Deswegen:

Bleib entspannt!

Jede Menge guter Büchertipps für eine entspannte Erziehung findest du hier:

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Pubertät, Rückzug und was du als Mama oder Papa tun kannst

Als Eltern müssen wir die körperlichen und psychischen Veränderungen akzeptieren, die unsere Kinder durchlaufen.

Es ist wichtig, dass dies geschieht.

Aber für uns Erwachsene ist es nicht immer einfach.

Eltern sind oft nicht in der Lage, all diese Veränderungen zu verarbeiten.

Viele Eltern vergessen, dass die Pubertät eine weitere Phase in der normalen Entwicklung ihrer Kinder ist.

So fühlen sie sich von der Situation überwältigt und wissen nicht, wie sie „richtig“ reagieren sollen.

Da Erwachsene überfordert sind, wählen sie die einfachste Lösung:

Sie werden FBI- oder KGB-AgentIN 😉

Die Angst, die Eltern angesichts dieser Veränderungen erleben, lässt sie nämlich in eine Dynamik eintreten, die darauf basiert, alles zu überprüfen, was das Kind tut.

Sie wollen zum Beispiel wissen:

  • was es denkt,
  • mit wem es rumhängt und
  • was es alles tut während der Zeit im eigenen Zimmer.

Deswegen missachten manche Eltern den Wunsch nach Abtrennung und treten ohne anzuklopfen ein oder spionieren sogar das Handy ihres Kindes aus.

Diese Missachtung der Privatsphäre führt dazu, dass sich das Kind immer weiter von den Eltern entfernt.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du als Mama oder Papa bestimmte Richtlinien befolgst und eben nicht in die Rolle eines Polizisten trittst.

Kinder zu haben, ist wie ein Horrorfilm:

Wenn es still wird, passiert gleich etwas Schreckliches.

Auch wichtig:

3 lebensrettende Tipps für Eltern von Teenagern

1.

Setze Grenzen

Da Teenager viel Zeit in ihrem Zimmer verbringen, müssen sie einige Grenzen akzeptieren.

Dazu zählen zum Beispiel die Lernzeit einzuhalten oder am gemeinsamen Abendessen teilzunehmen.

Stellt auch gemeinsam neue Regeln auf, um deinem Kind das Gefühl zu geben, nicht übergangen zu werden.

3.

Sei offen für den Dialog

Es stimmt, dass Kinder in diesem Stadium der Entwicklung nicht sehr kommunikativ sind.

Aber ihr solltet auf jeden Fall eine gute Kommunikation aufrechterhalten und gemeinsame Aktivitäten planen.

Übt gemeinsam ein Hobby aus  oder spielt zusammen das Lieblingsvideospiel.

Kurz gesagt:

Finde heraus, was dein Kind zur Zeit gut findet, sprecht darüber.

Und wenn es okay ist, teilt eure Hobbies.

Vermeide es aber unbedingt, dich anzubiedern und aufzudrängen.

3.

Fördere Freundschaften

Natürlich darf dein Kind seine Freunde ins Zimmer einladen.

Gleichzeitig kannst du die Beziehungen zu den anderen Eltern aufbauen und ihr könnt euch gegenseitig austauschen.

Veranstaltet gemeinsame Grillabende oder macht einen Tagesausflug.

Bleibt in Kontakt miteinander.

Aber nur so weit, wie das natürliche Bedürfnis nach Abgrenzung durch dein Kind nicht verletzt ist.

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Fazit

Die Pubertät ist eine herausfordernde Zeit.

Aber zumindest was den Rückzug ins eigene Zimmer betrifft, kannst du ganz gelassen bleiben und die gewünschte Privatsphäre akzeptieren.

Nur wenn du Alarmsignale erkennst, die darauf hindeuten, dass dein Kind möglicherweise ein großes Problem hat und es keine andere Lösung gibt, kannst du unaufgefordert das Jugendzimmer betreten.

Ansonsten gilt:

Übe dich in Gelassenheit.

Und vertraue.