Sachaufgaben lösen: So führst du dein Kind Schritt für Schritt zur richtigen Lösung

Sachaufgaben lösen stellt viele Kinder vor eine echte Herausforderung.

Kennst du folgende Situation als Mama oder Papa auch?

Dein Kind sitzt vor einer Textaufgabe und hat keine Ahnung, wie es vorgehen soll.

Ein kleiner Trost:

Fast jedes Grundschulkind hat irgendwann einmal Schwierigkeiten damit, eine Sachaufgabe zu lösen.

Sachaufgaben lösen lernen

 

Dabei ist das Lösen von Sachaufgaben wichtig, stellt aber dein Kind auch vor eine komplexe Aufgabe.

Textaufgaben zeigen nämlich, wie gut dein Sohn oder deine Tochter grundsätzlich Texte lesen und verstehen kann.

Das allgemeine Leseverständnis spielt also eine große Rolle.

Tipp: Lies diesen Artikel, um das Leseverständnis bei deinem Kind zu schulen.

Anhand des Lösungsweges deines Kindes kannst du selber nachvollziehen, ob es eine Rechenoperation, – die immer „zwischen den Zeilen“ verborgen ist, – erkennen und richtig anwenden kann.

Wenn ich mit einem Schüler oder einer Schülerin Textaufgaben bespreche, führe ich sie anhand folgender Schritte an die Lösung heran.

Versuche dieses Vorgehen auch bei deinem Kind.

Ich wette, der Erfolg wird sich schnell einstellen.

Also, los geht´s.

Sachaufgaben lösen mit den richtigen Aufforderungssätzen

1. Satz

„Schreibe die Zahlen heraus, die im Text vorkommen.“

Diese Zahlen sind entweder als Wort oder als mathematische Größe angegeben.

In der Sachaufgabe steht zum Beispiel:

„acht Blätter“ oder „23 Tage“.

2.Satz

„Überlege, welche Rechnung sinnvoll ist.“

Wie lassen sich die gegebenen Zahlen so miteinander verbinden, sodass das Ausrechnen einen Sinn ergibt?

Grundsätzlich lassen sich die Zahlen mit einem Plus, Minus, Mal oder Geteilt – Zeichen verbinden.

Die Schüler sollen deswegen im Text nach Begriffen suchen, die auf ein bestimmtes Rechenzeichen hinweisen, zum Beispiel:

  • „Kommen hinzu“, „bekommt dazu“, „mehr“ erfordern eine Plus-Aufgabe;
  • „steigen aus“, „werden leichter“, „kosten weniger“ erfordern eine Minus-Aufgabe;
  • „in der Woche/ im Monat“ erfordern eine Mal-Aufgabe oder eine Durch-Aufgabe;
  • „pro Stunde“, „pro Person“ erfordern eine Durch-Aufgabe

Oft hilft es deinem Kind, wenn sie solche Schlüsselbegriffe unterstreichen.

Wenn ein Schüler ein Rechenzeichen wählt, das keinen Sinn ergibt, frage ich es nach seinem Grund.

So kann ich die Gedankengänge des Kindes nachvollziehen und korrigieren.

Sprich also mit deinem Schatz, wenn ihr zusammen die Sachaufgaben bearbeitet.

Auch wichtig:

3. Satz

„Schreibe jetzt die Rechnung auf, indem du die Zahlen mit dem Rechenzeichen verbindest. Rechne dann die Aufgabe.“

Manchmal gibt es hier sogenannte Stellungsfehler.

Das Kind schreibt zum Beispiel die kleinere Zahl links vom Minuszeichen anstatt rechts davon.

Auch das sind Hinweise, dass ein Grundschüler das Rechensystem noch nicht ganz verstanden hat.

Gehe dann in den nächsten Tagen ein paar Schritte zurück und besprecht noch einmal, was „Plus“ oder „Minus“ eigentlich bedeuten.

Auch wichtig:

4. Satz

„Schaue mal auf die Frage der Textaufgabe und vergleiche sie mit deinem Ergebnis. Ergibt dein Ergebnis einen Sinn?“

Ich lasse mir jetzt in Worten erklären, was der Schüler oder die Schülerin ausgerechnet hat.

Wenn ich bei Punkt 3 nicht helfend eingesprungen bin, obwohl der Schüler falsch gerechnet hat, muss er spätestens hier merken, ob er einen Stellungsfehler gemacht hat.

Ziel der Fragen ist die Selbstkontrolle.

Das bedeutet, jeder Schüler sollte das Ergebnis immer auch noch einmal selber überprüfen, bevor er den Antwortsatz schreibt.

Auch wichtig:

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5.Satz

„Schreibe den Antwortsatz auf.“

Ich lasse die Schüler gerne mit dem Ergebnis anfangen, zum Beispiel:

27 Kinder sitzen in dem Bus.“

So stelle ich sicher, dass er oder sie die Ergebniszahl nicht verwechselt oder schon wieder vergessen hat. 😉

Gerade Grundschulkindern hilft es jetzt und später sehr, sich an klare Vorgaben zu halten.

Auch wichtig:

Fazit: Sachaufgaben lösen mit den richtigen Sätzen

Probiert doch gerne mal beim nächsten gemeinsamen Üben diese Vorgehensweise aus.

Wichtig ist, dass du dein Kind mit klaren Sätzen von einem Schritt zum nächsten führst.

Greife dort ein, wo du merkst, dass es auf dem Holzweg ist.

Sprecht vor allen Dingen miteinander, denn:

Das, was wir erklären können, das verstehen wir.

Wenn du auf dir vorgeschlagene Art und Weise mit deinem Kind übst, gelingt das Lösen von Sachaufgaben bestimmt gleich schon etwas leichter.

Und vergiss nicht:

Auch kleine Schritte sind für dein Kind eine große Leistung!

Deswegen geize nicht mit Lob.

Oder gönnt euch ein Eis, wenn dein kleiner Schatz besonders gut mit dir gelernt hat.