Der, die oder das? Welcher Artikel ist richtig? Mit diesen Tipps den richtigen deutschen Artikel finden

Den richtigen deutschen Artikel finden bereitet dir manchmal Probleme?

Dann bist du hier richtig!

Ich gebe dir viele Tipps und Hinweise, wie du den richtigen deutschen Artikel schnell bestimmen kannst.

Obwohl es nicht immer eindeutig ist, warum ein bestimmtes Substantiv genau den Artikel hat,

gibt es doch einige Merkmale am Substantiv selber, die dir ziemlich genau sagen, welcher Begleiter der richtige ist.

Sicher weißt du, dass es im Deutschen drei Artikel (=Begleiter) gibt:

  • männlich/ Maskulinum
    Der Artikel lautet “ der „: der Mann
  • weiblich/ Femininum
    Der Artikel lautet “ die „: die Frau
  • neutral/ Neutrum
    Der Artikel lautet “ das „: das Kind

    Den richtigen deutschen Artikel finden mit diesen Tipps:

1.) Die Natur bestimmt den Artikel

In diesen Fällen ist es eindeutig:

Sprechen wir über eine männliche Person, bekommt sie immer den Artikel „der“.

Sprechen wir über eine eine weibliche Person, bekommt sie immer den Artikel „die“.

Beispiele:

a) maskulin
der Mann, der Schüler, der Student, der Lehrer, der Vater, der Arzt, der Techniker

b) feminin
die Frau, die Schülerin, die Studentin, die Lehrerin, die Mutter, die Technikerin

2.) Nachsilben bestimmen den Artikel

Den richtigen Begleiter kann man bei einigen Nomen an den sogenannten Nachsilben erkennen.

2a) Nomen sind bei folgenden Endungen neutral (Artikel „das“):

-chen (Diminutive: -chen und -lein macht alles klein)
– Kindchen, Kätzchen, Häschen, Zettelchen, Mädchen, Schätzchen, Tellerchen

-lein
– Bächlein, Fräulein, Häuslein, Büchlein, Strümpflein, Tischlein

-ment
– Argument, Dokument, Moment, Instrument, Medikament, Sortiment

-tum
– Brauchtum, Christentum, Eigentum (Ausnahmen: der Irrtum, der Reichtum)

-um
– Datum, Publikum, Irrtum, Universum

2b) bei folgenden Endungen sind die Substantive feminin (Femininum = die):

-anz
Akzeptanz, Arroganz, Bilanz, Distanz, Toleranz

-ei
Bäckerei, Bücherei, Druckerei, Metzgerei, Malerei, Fliegerei, Schlägerei

-enz
Existenz, Intelligenz, Konferenz, Prominenz, Differenz

-heit
Anwesenheit, Freiheit, Gesundheit, Krankheit, Sicherheit, Vergangenheit, Wahrheit

-ie
Familie, Energie, Fotografie, Strategie, Kopie, Studie

-keit
Möglichkeit, Einsamkeit, Geschwindigkeit, Schwierigkeit, Müdigkeit, Sauberkeit

-ik
Fabrik, Kritik, Politik, Musik, Technik

-in (u.a. weibliche Berufsbezeichnungen)
Anwältin, Beamtin, Königin, Lehrerin, Studentin, Engländerin

-ion

Aktion, Diskussion, Information, Kombination, Portion, Produktion, Vollpension, Religion

-ität
Aggressivität, Aktivität, Objektivität, Passivität, Stabilität

-schaft

Feindschaft, Freundschaft, Belegschaft, Verwandtschaft, Meisterschaft, Partnerschaft,

-ung

Ahnung, Endung, Entfernung, Stimmung, Hoffnung, Rettung, Zeitung

-ur

Agentur, Diktatur, Natur, Struktur, Reperatur, Tastatur, Zensur

2c) bei folgenden Endungen sind die Substantive maskulin (Maskulinum = der):

-ant

Immigrant, Fabrikant, Lieferant, Mandant, Restaurant, Spekulant

-ent

Advent, Agent, Experiment, Sortiment, Argument, Patient, Präsident, Student

-ich

Stich, Kranich, Pfirsich, Teppich

-ling

Feigling, Lehrling, Schmetterling, Zwilling

-ismus

Alkoholismus, Fanatismus, Faschismus, Rassismus, Realismus, Tourismus

-ist

Artist, Jurist, Journalist, Optimist, Pessimist, Lagerist, Tourist

-or

Autor, Direktor, Doktor, Gladiator, Humor, Monitor, Motor, Reaktor

3) Die besondere Bedeutung eines Wortes bestimmt den Artikel

3a) Folgende Nomen sind immer maskulin:

Tageszeiten, Jahreszeiten, Monate, Wochentage
Morgen, Mittag, Abend, Frühling, Sommer, Januar, Februar, Montag, Dienstag
(Ausnahmen: die Nacht, die Mitternacht)

Himmelsrichtungen
Süden, Westen, Norden, Osten, Südwesten, Nordosten
Wetter, Niederschläge
Föhn, Hagel, Hurrikan, Monsun, Nebel, Regen, Schnee, Tornado, Wind
(Ausnahmen: das Eis, die Hitze, die Kälte, die Wolke)

alkoholische Getränke
Cognac, Likör, Punsch, Rum, Schnaps, Sekt, Tequila, Wein, Wodka
(Ausnahme: das Bier)

Automarken
Opel, Rolls Royce, Ford, Mercedes, Toyota, VW

3b) Folgende Nomen sind immer feminin:

Motorradname
BMW, Honda, Kawasaki, Yamaha

Schiffsnamen
MS Deutschland, Auqa Duck, Titanic, Queen Elizabeth

Zigarettennamen
Camel, HB, Lord Extra, Marlboro

Substantivierte Zahlen
Eins, Zwei, Zwanzig, Hundert, Tausend, Million, Milliarde, Billion

3c) Folgende Nomen sind immer neutral

Farbnamen
Blau, Grau, Orange, Rot, Schwarz, Weiß

Substantivierte Verben
Lesen, Schreiben, Lernen, Unternehmen, Gehen

12 deutsche Redewendungen, die du kennen solltest

Deutsche Redewendungen oder Redensarten sind vielen zwar bekannt. Aber meistens weißt du gar nicht, was genau du darunter verstehen sollst – was es dir sagen soll.

Redewendungen haben den Zweck, dir einen vielleicht komplizierten Sachverhalt anschaulich und knapp zu beschreiben.

Redewendungen „malen“ mit Worten und lassen ein Bild in deinem Kopf entstehen, das du dir gut merken kannst.

Was „siehst“ du bei dieser Redensart vor dir?

Die Katzen pfeifen es von den Dächern.

Lustig, oder?

Meistens verbergen sich hinter den feststehenden Redensarten auch ganz bestimmte Lebenserfahrungen.

Diese nennt man dann in der Fabel die Lehre bzw. die Moral (der Geschichte).

In der Tabelle gebe ich dir einen Überblick über 12 Redewendungen, die du kennen solltest und erkläre, was genau sie bedeuten.

12 wichtige deutsche Redewendungen

 

Redewendung Bedeutung
Der frühe Vogel fängt den Wurm. Je früher du dich um eine Sache bemühst, desto größer sind deine Chancen, dass du sie auch bekommst.
Jemand einen Bären aufbinden. Du erzählst (im Scherz) eine Lügengeschichte.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Manchmal ist es sinnvoller, wenn du schweigst und nichts sagst, als zu viel zu sagen.
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Wenn du andere in Gefahr bringen oder bloßstellen willst, fällt das auf dich selber zurück und du bist am Ende der Verlierer.
Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer etwas versprochen hat, muss es auch halten.
Wer eine Sache angefangen hat, muss sie auch zu Ende bringen.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Du bist nicht am Streit von anderen beteiligt, doch du hast den Vorteil aus deren Streit.
Etwas auf die lange Bank schieben. Du schiebst eine (unangenehme) Sache immer weiter auf und willst sie nicht erledigen.
Hochmut kommt vor dem Fall. Wenn du arrogant bist und meinst, alles besser zu können, wirst du wahrscheinlich scheitern.
Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Deine Freude ist dann am größten, wenn du über jemanden siegen kannst, der vorher meinte, das sei nicht möglich.
Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Lieber dir etwas nehmen, was du sofort haben kannst, als darauf zu hoffen, dass du etwas Besseres bekommst und was dann vielleicht nicht eintritt.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Du brauchst Mut, um etwas Neues anzufangen. Du musst bereit sein, deinen Einsatz zu bringen, sonnst kannst du nicht gewinnen.
Geteilte Freude ist doppelte Freude. Wenn sich andere mit dir über etwas freuen können, ist es schöner, als wenn du dich alleine freust (und nichts abgibst).

 

Das schreibt man jetzt groß! – Regeln zur Nominalisierung

In der Grundschule bringen dir Lehrer oft mühsam bei, dass man alle Nomen mit einem großen Buchstaben schreibt und alle Verben und Adjektive mit einem kleinen Buchstaben.

Ab etwa der 6. Klasse gilt diese Regel dann nicht mehr immer.

Jetzt lernst du nämlich, dass unter bestimmten Voraussetzungen Verben und Adjektive nun doch auch groß geschrieben werden müssen:

Das nennt der Lehrer Nominalisierung.

Wenn dich das verwirrt, dann lass dir sagen, dass es nicht nur dir so geht.

Aber diese neuen Regeln sind gar nicht so schwer. 😉

Hier findest du meine schnellen Tipps zur Nominalisierung

1.  Verben schreibst du groß:

  • wenn vor dem Verb eines dieser Wörter steht:

beim/ zum/ vor dem/ nach dem/ für das/ mit dem

Beispiel:

Nach dem Essen bezahlten wir schnell.

 

  • wenn vor dem Verb ein Artikel steht:

Beispiel:

Das Baden tat mir gut.

Ein Rufen weckte sie.

  • wenn vor dem Verb ein Pronomen steht:

Beispiel:

Wir ärgerten uns über sein Lachen.

Niemand hörte unser Rufen.

2. Adjektive schreibst du groß:

  • wenn vor dem Adjektiv eines dieser Wörter steht:

alles/ nichts/ etwas/ wenig/ viel/ sehr/ manches/ allerlei

Beispiel:

Wir hatten viel Schönes erlebt.

  • wenn vor dem Adjektiv ein Artikel steht

Beispiel:

Jeder konnte das Gute in ihr erkennen.

  • wenn vor dem Adjektiv ein hinweisendes Pronomen steht.

Beispiel:

Gib mir bitte dieses Rot.

  • wenn vor dem Adjektiv ein besitzanzeigendes Pronomen steht.

Beispiel:

Das ist unser Kleiner.

 

Einfach oder doppelt? – Regeln zum Schreiben von Doppelkonsonanten

Doppelkonsonanten schreiben oder doch nur einen Mitlaut? Ist das für dich ein Problem?

Es gibt dazu einige Regeln, die du dir ganz leicht merken kannst.

Lass uns zuerst klar stellen, was Konsonanten sind:

Konsonanten heißen auch Mitlaute und sind alle Buchstaben außer:

„a, e, i, o, u/ ä, ö, ü/ ai, ei/ au/ ie“.

Diese Buchstaben heißen Vokale (=Selbstlaute).

Die wichtigsten Regeln:

  • Regel 1: Doppelkonsonanten folgen immer nur auf kurze Vokale.
    Beispiel:
    flimmern, Motte, schaffen, Schutt, Mutter

  • Regel 2: Die Doppelvokale „aa, ee, oo“ werden immer lang gesprochen, deswegen schreibst du danach auch nur einen Mitlaut.
    Beispiel:
    Waage, Meer, Moos
  • Regel 3: Ein Dehnungs-h dehnt den Vokal. Man findet es nur in Wörtern mit langen Vokalen. Danach schreibst du einen einfachen Konsonant.
    Beispiel:
    Mahlzeit, Kohle, Ruhe, mehr
  • Regel 4: „au, äu, eu, ei, ai, ie“ sind immer lang. Danach darf deswegen immer nur ein einfacher Konsonant kommen.
    Beispiel:
    Maus, Bäume, biegenMerke:Verdoppeln kannst du nur diese Konsonanten:
    b, d, f, g, l, m, n, p, r, s, t,

Dein Arbeitsblatt: Wie du eine gute Inhaltsangabe schreibst

In diesem Artikel hast du schon viele Tipps und Hinweise bekommen, damit dir deine Inhaltsangabe richtig gut gelingt.

Heute habe ich dir ein übersichtliches Arbeitsblatt mit den wichtigsten Regeln zusammengestellt.

Damit fällt es dir noch leichter, die nächste Arbeit gut abzuliefern.

Rechtsklick auf das Bild, abspeichern, ausdrucken und immer dabei haben!

Inhaltsangabe schreiben Arbeitsblatt

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Adverbiale Nebensätze – So erkennst du sie sicher

Du hast schon viele hundert Male adverbiale Nebensätze gesprochen, auch wenn du das gar nicht wusstest.

Sicher hast du schon mal diesen oder einen ähnlichen Satz selber gesagt oder gehört:

  • „Morgen habe ich keine Zeit, weil ich noch viele Hausaufgaben machen muss.

Oder:

  • Damit du dir das merkst, musst du noch eine Menge üben.“

An diesen Sätzen ist nichts geheimnisvoll.

Außer dass man sie grammatisch als adverviale Nebensätze bestimmt (in rot).

Vor oder nach einem Hauptsatz kann also ein (adverbialer) Nebensatz stehen; die Sätze werden durch ein Komma getrennt.

Merke:

  • Den Nebensatz erkennst du an dem Bindewort, was hier eine adverbiale Bestimmung ist

und daran

  • dass das Verb am Ende des Nebensatzes steht (blau).

Die Bindewörter (=Konjunktionen) bestimmen, um welche Art von adverbialem Nebensatz es sich handelt.

Es gibt diese Formen:

  • Konditionalsatz
  • Temporalsatz
  • Konzessivsatz
  • Kausalsatz
  • Finalsatz
  • Konsekutivsatz
  • Modalsatz
  • Adversativsatz
  • Proportionalsatz
  • Komparativsatz

Mit den adverbialen Nebensätzen schaffst du logische Verbindungen zwischen dem Hauptsatz und dem Nebensatz.

Solche logischen Verknüpfungen solltest du besonders oft und bewusst in Inhaltsangaben, Vorgangsbeschreibungen, Berichten, und Erzählungen einfügen.
Beispiel:
„Obwohl der Erzähler nicht wissen kann, was die Frau denkt, unterstellt er ihr bestimmte Vorsätze.“ (Konzessivsatz)

Wenn du den Nebensatz in einem Text bestimmen musst, suchst du also das Bindewort und entscheidest anhand der folgenden Infografik, um welchen adverbialen Nebenssatz es sich handelt.

Und nun viel Erfolg beim Üben und in der nächsten Arbeit!

Adverbiale NebensätzeQuelle

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Die Nominalisierung: Diese Regeln musst du kennen

Was heißt eigentlich Nominalsierung?

In der Grundschule bringen wir euch Schülern bei, dass ihr alle Nomen mit einem großen Buchstaben schreibt und alle Verben und Adjektive mit einem kleinen Buchstaben.

Ab etwa der 6. Klasse lernst du, dass man unter bestimmten Voraussetzungen Verben und Adjektive manchmal groß schreiben muss, nämlich dann, wenn sie zu einem Nomen werden. Das nennt man dann Nominalisierung.

Damit du dich leichter zurecht findest, kannst du dir die Regeln zur Nominalisierung so merken:

1. Nominalisierung von Verben

Unter diesen Voraussetzungen werden Verben groß geschrieben:

  • wenn vor dem Verb:
    beim
    zum
    vor dem
    nach dem
    für das
    mit dem
    steht
    Beispiel: Mit dem Lernen klappt es schon gut.
  • nach einem Artikel:

Dein Schreien hat mich geweckt.
Ein Betreten des Rasens ist verboten.

  • nach einem Pronomen:

Wir ärgerten uns über dein Vergessen.
Unser Backen hat mir Spaß gemacht.

2. Nominalierung von Adjektiven

Unter diesen Voraussetzungen werden Adjektive groß geschrieben:

  • wenn davor:
    alles
    nichts
    etwas
    wenig
    viel
    sehr
    manches
    allerlei
    steht
    Beispiel: Wir konnten allerlei Wertvolles sammeln.
  • nach einem (versteckten) Artikel

Jeder konnte das Gute in ihr erkennen.

  • nach einem hinweisenden Pronomen

Lass mich dir dieses Rot geben.

  • nach einem besitzanzeigenden Pronomen

Das ist unser Kleiner.

Ist doch nicht so schwer, oder?

Wenn du Hilfe brauchst, um richtig gut in der Rechtschreibung zu werden, dann schreib mir einfach.

Der Besuch der alten Dame: Charakterisierung von Claire Zachanassian

Meine Schüler fragen mich oft, wie sie die Hauptfigur aus Dürrenmatts Drama „Der Besuch der alten Dame“, Claire Zachanassian, charakterisieren sollen.
„Ich hab keine Ahnung, wie ich anfangen soll und was in meinen Text muss“, höre ich oft.
Wenn es dir auch so geht, kannst du die Liste zu Claires Aussehen und Charakter nutzen, die ich dir unten zur Verfügung stelle.
Wie genau du die Angaben in deine Charakterisierung aufnimmst, habe ich hier beschrieben.

Portrait der Claire Zachanassian

Äußere Erscheinung:

62 Jahre
rothaarig, Perlenhalsband, riesige goldene Armringe
aufgedonnert („unmöglich“)
Dame von Welt
seltsame Grazie, trotz grotesker Züge
Bein- und Armprothesen

Sozialer Status:

ehemals Dirne; jetzt ungeheuer reich
verkehrt mit den Mächtigen (vgl. Sänfte als Symbol des Machtmissbrauchs und der Machtausübung)
Gesetze und Gerichtsurteile schränken ihre Handlungsfreiheit nicht ein (vgl. Gangster in Gefolge)
ihr gehört die Welt

Eigenschaften:

nicht umzubringen
humorvoll
hoher Männerverbrauch
zynisch, unsentimental, skrupellos
grausam, rachsüchtig, nachtragend
stellt Versuchung für Güllener dar (Verrat moralischer Werte)

Verhaltensweisen:

Persönlichkeitsverachtung, erotische Freizügigkeit, Anstiftung zu Gräueltaten, zum Mord
raucht Zigarren, großspurig, befehlend, abkanzelnd, männlich machohaft
zwingt anderen ihre Bedingungen auf, will Gerechtigkeit kaufen, löst alles mit Geld
setzt Ordnung und Zeit außer Kraft
hebt Naturgesetze auf
enthüllt Lügen und Disharmonien

Ihre Begleitung:

keine Individualität aber: Nobelpreisträger, Mörder, Meineidige, Richter
entmannt, geblendet
willenlose, gekaufte Marionetten
austauschbar

Sprache:

skelletiert, einfach, spricht in Befehlston
entlarvend gegenüber Güllenern (Sprachkritik, Ironie)
Sprache ist reduziert, viele Ellipsen, Parataxen
kein sprachlicher Schmuck, keine Überredungsstrategien, keine Schmeicheleien
Sachlichkeit, Informationsvermittlung stehen im Mittelpunkt
brutale Direktheit, Anweisungen, Befehle
Lob für missglückte Bemühungen der Güllener (Komik, da unangemessen; leicht zu durchschauender Versuch der Vereinnahmung)
Konfrontation der Beschönigungen,
Lügen mit Tatsachen
Barbarismen
Kritik an Klischees und falschem Pathos
Ironie, Sarkasmus, Zynismus

Interpretatorische Deutung des Porträts:

  • Sammelsurium kaum vereinbarer Eigenschaften und Merkmale, bewusst gesuchte Auffälligkeiten bzw. Abnormität („Groteske“)
  • keine „realistische“ Figur, entsteht aus dem „Akt der Parodie“, ist eher „Kunstfigur“
  • trägt hexenhaft-animalische sowie sinnlos-absurde Züge
  • allmächtiges Wesen (göttliche Züge)
  • setzt mit Geld gnadenlos ihre Interessen durch (mit Geld kann man alles kaufen)
  • instrumentalisiert und zerstört Menschen, spielt mit diesen
  • unterwirft sich die Menschen unterschiedslos (Nivellierung sozialer Stellungen)
  • erscheint unangreifbar

Funktion der Figur der alten Dame

a) für Handlung des Stücks:
sie stellt einen „Einfall“ in die Normalität dar
setzt Ordnung und Zeit außer Kraft
erschüttert die Sicherheit der Kleinstädter
zerstört die Scheinordnung des Empfangstheaters
gibt dem Zufall Raum
zersetzt die Illusionen der Güllener durch Konfrontation mit der Vergangenheit
Desillusionierung der Güllener
ihre Ankunft stellt eine Zäsur im Bewusstsein der Güllener dar
Handlung, die als Komödie begann, schlägt ins Groteske um
b) für den Zuschauer
Verwirrung, Unverständnis,
Verlust von Deutungsweisen
Erschütterung der Weltorientierung : Welt erscheint fremd, unheimlich
Grauen und Bedrohung (Erschütterung) vs. Lachen und kritischer Distanz
Claire als Medium der Gesellschaftskritik (Verhalten der Güllener)