Den Genitiv anwenden wie ein Profi

Aktualisiert im Januar 2023.

Der Genitiv ist grammatisch gesehen einer von den „vier Fällen im Deutschen“.

Er zeigt an, dass eine Sache oder Person jemandem gehört.

Er steht nach bestimmten Verben, Präpositionen und Adjektiven.

Der Genitiv beantwortet die Frage: WESSEN?

Lies weiter und in 2 Minuten weißt du das Wichtigste über den Genitiv.

Los geht´s.

Den Genitiv richtig anwenden

 

Im gesprochenen Deutsch ist der Genitiv fast ganz verschwunden.

Stattdessen benutzen wir so gut wie immer den Dativ.

Der Dativ antwortet auf die Frage: WEM?

Trotzdem lohnt es sich, den Genitiv richtig anzuwenden.

Denn es zeigt, dass du „schönes, gutes Deutsch“ sprichst und die Grammatikregeln kennst.

Am einfachsten lernst du, den Genitiv korrekt zu benutzen, wenn du die Verben, Präpositionen und Adjektive lernst, die den Genitiv erfordern.

Man sagt, dass diese Verben den Genitiv regieren.

Auch wichtig:

1.

Verben mit Genitiv

Nach diesen Verben steht der Genitiv.

sich annehmen
sich erbarmen
sich bedienen
bedürfen
sich enthalten
sich erinnern
sich entsinnen
sich erfreuen
gedenken
sich rühmen
sich schämen
sich versichern

Was bedeutet das konkret?

Es bedeutet, dass nach dem Verwenden eines der genannten Verben, das nachfolgende Objekt (Nomen) im Genitiv steht.

Beispiele:

1.

Sie nimmt sich des Kindes an.
Frage: Wessen nimmt sie sich an? (Genitiv-Frage)
Antwort: Des Kindes (Objekt/ Nomen steht im Genitiv)

2.

Ich schäme mich wegen der Folgen.
Wessen schäme ich mich?
Der Folgen (Genitiv/ 2. Fall)

3.

Wir erinnern uns der vielen guten Ratschläge gerne.
Wessen erinnern wir uns gerne?
Der vielen guten Ratschläge.

Darauf musst du achten:

  • Der Artikel muss angepasst werden, er ändert sich.
  • Manche Nomen erhalten im Genitiv ein sogenanntes Fugen-s oder ein „es“.
  • Bei manchen Nomen sind beide Varianten erlaubt.

Beispiel für „s“-Endung/ Flexion:

der Käfig – des Käfigs
der Nachbar – des Nachbars
der Reichtum – des Reichtums
der Vogel – des Vogels
der Lehrling – des Lehrlings

Beispiel für „es“-Endung/ Flexion:
dazu gehören alle Nomen die auf s, ß, x oder z enden

das Glas – des Glases
der Strauß – des Straußes
der Reflex – des Reflexes
das Herz – des Herzes

Beispiel für „s“ oder „es“-Endung/ Flexion:
der Staat – des Staats/ des Staates
das Blut – des Bluts/ des Blutes
das Insekt – des Insekts/ des Insektes
das Buch – des Buchs/ des Buches

Auch wichtig:

2.

Präpositionen mit Genitiv

angesichts
anhand
anlässlich
anstatt anstelle
aufgrund
außerhalb
bezüglich
infolge
innerhalb
mithilfe
oberhalb
trotz
unterhalb
unweit
während
wegen
zugunsten

Beispiele:

Du kannst den Schatz anhand des Plans leicht finden.

Unterhalb der Rampe befand sich ein geheimer Schalter.

Während des Unterrichts bitte nicht stören.

Auch wichtig:

3.

Adjektive mit Genitiv

bedürftig: Kinder sind der Liebe der Eltern bedürftig.
bewusst: Ich bin mir meines Fehlers bewusst.
fähig: Er ist dieser Tat nicht fähig.
gewiss: Sie ist sich seiner Unterstützung gewiss.
sicher: Sie ist sich seiner Unterstützung sicher.
überdrüssig: Er war des Lernens überdrüssig.
verdächtig: Er war des Lügens verdächtig.
würdig: Er ist ihrer nicht würdig.